Vitamine die Energieträger
Vitamine, Minerale, Spurenelemente
Informationen zu Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.
Was braucht mein Pferd wirklich ?
Was bewirken Spurenelemente ?
In fast keinen anderen Bereich der Pferdefütterung gibt es soviel Unstimmigkeiten, selbst unter den Fachleuten.
Hier agiert Sinn und Unsinn gleichermaßen. Hier wird zugefüttern was das Regal hergibt und das meist ohne das nachweisliche Wissen, ob dem Pferd überhaupt ein Vitamin fehlt.
Vitamine werde gern in Pulverform gereicht
aber was braucht ein Pferd denn wirklich?
Es gibt unzählige Zusatzfuttermittel auf dem Markt und der Pferdebesitzer hat die Qual zur Wahl. Laut Statistik haben 85% aller Pferdebesitzer schon einmal Zusatzfutter gege-
ben, nur 15% glauben, dass ihr Pferd so etwas nicht braucht.
Vitamine und Mineralien liegen dabei ganz vorn, denn 65% sind davon überzeugt, dass das Gras, Heu und Getreide nicht ausreichend mit Vitalstoffen angereichert ist.
Eine ausgewogene, natürliche, auf die Bedürfnisse des Pferdes abgestimmte Ernährung trägt zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei.
Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen kann sich in körper-
lichen oder psychischen Fehlfunktionen zeigen. Erkrankungen, die auf ein solches Defizit
zurückzuführen sind, treten meist sehr schleichend ein und zeigen sich von Pferd zu Pferd recht unterschiedlich.
Mineralien.
Der Pferdekörper braucht für unterschiedliche chemische Reaktionen wie die Entwicklung und Erhaltung des Skeletts Mineralien. Mineralien sorgen auch dafür das Nervenimpulse weitergeleitet werden, Sauerstoff im Blut transportiert wird, bestimmte Enzyme ihre Funktion aufnehmen, Hufe, Zähne und Fell ausreichend ernährt sind.
Man unterscheidet hier zwischen Mengenelementen und Mineralien, die in großen Mengen
vorkommen und den Spurenelementen und Mineralien, die nur in kleinen Mengen gebraucht werden.
Mengenelemente.
Mengenelemente werden wie schon der Name vermuten lässt, vom Pferd in großen Mengen gebraucht. Sie müssen über die Nahrung zugeführt werden, denn der Körper kann sie nicht selbst
aufbauen.
Allein Kalzium und Phosphor machen ca. 70% des Körper - Mineralgehaltes im Skelett des Pferdes aus. Etwa 7 kg Kalzium und 4 kg Phosphor findet man im Körper eines mittelgroßen Pferdes.
Ein Mangel dieser beiden Mineralien kann das Wachstum verzögern oder den Knochenaufbau beeinträchtigen. Deshalb ist gerade bei Phosphor und Kalzium auf die richtige Balance zu achten. Das Verhältnis sollte min 1:1 bis max. 3:1 sein.
Vor allem bei Fohlen, die sich stark im Knochenaufbau befinden, muss man auf dieses
Gleichgewicht achten, denn sie reagieren besonders empfindlich.
Ein weiteres wichtiges Mengenelement für das Skelett ist Magnesium, es versorgt das Muskel- und Nerven-
gewebe. Magnesium wird auch über den Schweiß ausge-
schieden, so dass bei starker Beanspruchung des Pferdes auch ein erhöhter Bedarf entsteht. Ein Mangel dieses Minerals kann zu Muskelzittern, Nervosität und sogar zu Krämpfen führen.
Ähnlich wie Magnesium wird auch Kalium über den Schweiß ausgeschieden. Kalium ist zuständig für den Blutfluss in der Muskulatur, es reguliert das Druckverhältnis in den Zellen, nimmt Einfluss auf die Wasserverteilung im Körper, aktiviert Enzyme und unterstützt die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln. Mangeler-scheinungen dieses Mengenelementes sind relativ selten, da es fast überall vorkommt.
Spurenelemente.
Spurenelemente wie Eisen, Zink oder Kupfer werden vom Pferdekörper nur in geringen Mengen gebraucht. Sie sind Bausteine der körpereigenen Wirkstoffe und beschleunigen den Stoffwechsel. Trotz des
geringen Bedarfs kann ein Mangel zu Erkrankungen führen.
Ein Mineral mit einer wesentlich größeren Bedeutung ist Selen. Denn Selen ist ein wichtiges Spurenelement zum Schutz der Zellen und für die Funktion der Muskulatur und des Immunsystems zuständig. Selen ist außerdem sehr empfindlich gegen Umwelteinflüsse. Sein Gehalt im Futter entscheidet sich nach Standort, Düngung, Konservierung und dem Vegetationsstadium, so dass Mangelerschei-
nungen nicht selten sind.
Zugaben sollte aber nur von einen Fachmann bestätigt und kontrolliert werden.
Denn bei Selen ist die Spanne zwischen der unterstützen-
den Funktion und einer gefährlichen Überdosierung recht klein.
Vitamine.
Vitamine helfen Krankheiten vorzubeugen und sorgen für einen aktiven Stoffwechsel. Einige müssen mit der Nahrung zugeführt werden, andere kann der Körper unter bestimm-
ten Voraussetzungen selbst bilden.
Man unterscheidet dabei die fettlöslichen Vitamine, die Gewebestrukturen bilden und den
wassserlöslichen Vitaminen die am Stoffwechsel beteiligt sind.
Vitamin A - findet sich ausreichend im Grünfutter und kann vom Körper schnell umgewandelt werden.
Vitamin A ist notwenig für die Gesundheit der Gewebe-
zellen, von Haut, Augen, Atmungsorganen und natürlich auch der Fortpflanzungsorgane. Zu einem Mangel kommt es meist nur im Winter.
Vitamin D - wird vom Körper erst dann ausreichend produziert, wenn die Pferde vier bis sechs Stunden Tageslicht haben und draußen sind. Es ist für die Knochenerhaltung und -Entwicklung unentbehrlich ein Mangel ist bei ausreichend Licht und Sonne aber eher unwahrscheinlich
Vitamin K - reguliert die
Blutgerinnung und ist in frischem Gras und Heu eigentlich immer ausreichend vorhanden. Mangelerscheinungen sind so gut wie unbekannt und würden sich vor allem bei Verletzungen durch die schlechte
Blutgerinnung zeigen. Vitamin K wird in Vergiftungsfällen mit Köderstoffen für Ratten und Mäuse auch oft als Gegenmittel eingesetzt, um die Blutgerinnung wieder herzustellen.
Vitamin E - der aktive Zellschutz, schützt die Gewebe-
struktur und Funktion des Herzens und der Muskulatur.
Ein Vitamin E Mangel bei Pferden ist selten und kann eigentlich nur unter schlechten Fütterungs- und Haltungs-
bedingungen, meist im Zusammenhang mit einer Selenunterversorgung auftreten.
Eine besondere Bedeutung haben die so genannten
B – Vitamine.
B - Vitamine
- umfassen eine große Palette von Vitaminen, dement-
sprechend groß und entsprechend breit ist ihre Wirkung.
Sie haben Einfluss auf die unterschiedlichsten Abläufe wie den Zellstoffwechsels, die Blutbildung und das Immun-
system.
B-vitamine sind ausreichend im Grundfutter vorhanden aber bei Durchfall oder nach einer Kolikbehandlung können durchaus Mangelerscheinungen wie z.b. Hautschäden, Fressunlust, Hornschäden, schlechter Futterverwertung, Leistungsschwäche oder Darmstörungen auftreten.
B- Vitamine gehören zu den wasserlöslichen Vitaminen und werden im Darm des Pferdes synthetisiert.
Bei einer Störung der Darmflora können hier schnell Mängel auftreten. Denn der Körper des Pferdes kann diese Gruppe der Vitamine nur in sehr geringen Mengen speichern, für eine ausreichende Versorgung muss also bei Bedarf über die Nahrung oder durch Zusätze gesorgt werden.
Vitamin C - ist wohl das bekannteste B - Vitamin.
Es unterstützt die Immunabwehr und schützt die Körper-
zellen. Vitamin C wird in der Regel aber immer ausreichend über Gras, Heu oder Karotten zugeführt und kann vom Pferdekörper selbst hergestellt werden.
Vitamin H - ist bekannt als Biotin und steht als Zusatz-
futter in vielen Schränken. Es hat eine positive Wirkung auf die Haut und das Hufhorn und wird häufig auch zur ver-
besserung der Struktur brüchiger Hufe eingesetzt. Schneller Wachsen wird der Huf aber - entgegen häufiger Behauptung nicht.
Vitamin M - ist ein Enzymbaustein den man unter dem Namen Folsäure kennt, er wird wie viele andere Vitamine vom Pferd selbst ausreichend
produziert. Nur bei aus-schließlicher Stallhaltung können Blutarmut und Leistungs-
abfall als Folgen eines Mangels auftreten
Wie groß der Bedarf an den verschiedenen Vitaminen bzw. Energieträgern ist, hängt von vielen Faktoren ab. Haltung, Fütterung, Leistung, Gesundheitszustand, Alter - jede Lebenssituation beeinflusst den Körper und den Stoff-
wechsel des Pferdes. Eine ausgewogene und angepasste Ernährung ist die Grundlage für eine gesunde Funktion des Körpers.

