Huf - Horn und Strahlprobleme
Hufgeschüre, Hufrehe, Hufenzündungen, Strahlfäule
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Informationen zu Huf und Strahlproblemen.
Ursachen, Behandlung, Vorbeugung, Pflege
Ohne Huf kein Pferd, diesen Satz haben wir alle schon mal gehört und der eine oder andere Pferdebesitzer hat seine Bedeutung am eigenen Pferd leider schon bestätigt bekommen. Gesunde Hufe und ein schönes Haarkleid sind noch immer eine der wichtigsten Aussage zum Allgemeinzustand des Pferdes. Diesen Zustand gilt es zu fördern, durch Bewegung und Haltung, Fütterung und Pflege.
Der Huf in der Natur:
Ein Pferd legt in freier Natur 3-15 km je Tag zurück. Die Strecken werden hautsächlich im Schritt, vorwärts grasend bewältigt. Langsames dahin schreiten sorgt dabei für eine optimale Durchblutung der Hufknorpel, der Huflederhaut und garantiert ein gutes Hornwachstum.
Daraus folgt, das bei Pferden die ständig oder den größten Teil ihres Lebens in der Box stehen und diese Strecken nicht zurücklegen können, die Durchblutung des Hufknorpels nicht optimal sein
kann.
Das tägliche Training im Ausbildungsstall dauert ca. 30 Minuten, dabei werden 10 – 20 km. zurückgelegt, allerdings in einer sehr kurzen Zeitspanne und hohem Tempo. Hier wird nur kurzzeitig die
Durchblutung erhöht, manchmal kommt es sogar zu einer Überlastung die sich in einer Belastungs-oder Marschrehe manifestiert.
Kann man sein Pferd in einem sauberen Offenstall mit Auslauf und Weidezugang stellen, hat man im Punkt Bewegung und Haltung schon bestens vorgesorgt, den Huf zu erhalten und zu
stärken.
Ist man auf einen Boxenstall angewiesen, so sollten tägl. 3-4 Std. Weidegang, Spazieren oder Reiten zusätzlich zum Training erfolgen.
Boxenhaltung und tägliches, ruhiges Laufen an der Führmaschine ersetzen zumindest einen Teil der benötigten Bewegung unsere Pferde.
Gute Hufqualität ist kein Hexenwerk
Um nicht nochmals die gesamte Fütterung zu wiederholen, sei hier auf unseren Artikel „Futtermittelkunde“ hingewiesen.
Eine ausgewogene Fütterung mit ausreichend, gutem Heu, an die Arbeit angepasstem Kraftfutter (dünndarmver-
daulich), sowie ein natürliches Mineral/ Ergänzungsfutter sind die Basis für ein schönes Haarkleid und einen gesunden Huf.
Natürliche Hufpflege und äußere Einflüsse.
Unter natürlicher Hufpflege ist zu verstehen, dass man dem Huf Substanzen zuführt, die
die Natur auch dem Wildpferd bietet z.B. Wasser, Lehm, Moor.
Der Huf benötigt Feuchtigkeit, ob nun aus dem Wasser-
schlauch (ca.10 Min. wässern) oder der feuchten Wiese.
Ist der Sommer recht heiß, trocken und können Pferde den Morgentau nicht nützen, so kann man mit feuchtem Lehm, Moorpaste oder Leinsamenbrei nachhelfen. Ansonsten die Hufe für 10 Minuten in einen Eimer Wasser stellen, Wässern mit dem Schlauch oder in den nächsten Bach reiten.
Huf -Horn und Strahlprobleme im Stall

White Line Disease
Die Weiße Linie ist eine antimikrobielle Barriere für den Hufbeinträger, sollte das Horn durch zuviel Nässe, unsau-bere Einstreu und Ammoniak-
dämpfe weich bis mehlig werden, kommt es zu Schäden am Hufbeinträger, Hornsäulen und zu
so genannten hohlen Wänden.
Die Ursache dieser „White Line Disease“ genannten Erkrankung ist das Wachstum von Bakterien und Pilzen, die sich in einem feuchtwarmen Milieu bestens entwickeln. Stallhygiene und Huföle/
Salben mit pilz- und bakterienabwehren-den Zusätzen können hier abhelfen.
Strahlfäule:
Es sind nicht immer nur die schlecht gereinigten Boxen Paddoks oder Ausläufe schuld an der Strahlfäule, manchmal reichen sogar matschige Wiesen aus.
Wenn hier nicht regelmäßig, mindestens aber jeden zweiten Tag die Hufe sauber ausgekratzt werden, bilden sich in den Ablagerungen ruck zuck Bakterienstämme die zur Strahlfäule führen können.
Diese kann sich tief in die Strahlfurchen des Hufes hineinfressen und zu starker Lahmheit und sogar zur reiterlichen Unbrauchbarkeit des Tieres führen. Die Hufe sollten, Arbeit hin oder her täglich ausgekratzt werden damit Sauerstoff hinein kommt, denn Fäulnisbakterien
leben unter Sauerstoffabschluss, deshalb darf zb. auch nicht zugeteert werden, denn dann entwickeln sich die Bakterien besonders gut weiter.
Strahfäule beim PferdehufEin von Strahlfäule völlig aufgeweichter zerfressener Strahl.
Der soweit es geht, ausge-
schnitten und mit Pflegemitteln wie z.B. Dr. Schaette Klausanpaste oder unsere Kräuterstrahlpaste wieder aufgebaut werden muss.
Scharfe Pflegemittel mit z.B. Jodoform Äther sind hier fehl am Platz. Sie würden dem Pferd nur unnötig Schmerzen bereiten.
Hufabzess:
Durch das eindringen von Bakterien in die Hornkapsel kommt es zur Infektion der Huflederhaut und zur Ansammlung von Eiter innerhalb des Hornschuhes.
Da der Hornschuh nach außen einen festen Abschluss bildet, entwickelt sich hier ein zu hoher Druck der dem Pferd starke Schmerzen bereitet.
Foto UFWEin konventioneller Hufverband, hier von einen Profi angelegt, hilft bei Strahl und Hufproblemen die einen bakteriellen Schutz benötigen.
Bei massiver Strahlfäule ist so ein Schutz notwendig damit sich keine neue infektionsherde im Strahl bilden können.

Im Bild ein moderner Kranken-
schuh für den Boxenbereich. Es gibt für langwierigere Therapien aber auch Outdoorschuhe für Paddock und Weide.
Die Schuhe verfügen über eine stabile wasserdichte Sohle und eignen sich auch zum Angießen z.B Kühlen oder flüssige Huf-Strahl-
pflegemittel.
Nageldruck:
sind die Nägel zu nah an der Lederhaut gesetzt oder es wurden zu dicke Nägel verwendet, quetschen diese das Horn und üben indirekten Druck aus.
Nagelstich und Nageltritt,
sind meist eine direkte Verletzung der Lederhaut.
Beim Thema Nagel entfernen oder nicht, streiten sich die Geister es kommt dabei aber auf
die Umstände an. Sitzt der Nagel senkrecht muss er entfernt werden um weitere Verletzungen zu vermeiden, dann aber Stichkanal und Tiefe notieren, damit der Tierarzt die nötige Behandlung einleiten
kann.
Auch das Eintreten spitzer Steinchen oder Glasscherben
die das Horn durchdringen führt zu Lahmheit, verstärkter Pulsation der Zehenaterie oder zu einem angelaufenen Bein. Manchmal kommt hier sogar noch Fieber dazu. Übersieht man einen Hufabszess, so kann dieser am Kronrand durchbrechen und heilt wesentlich schlechter ab.
Eine Behandlung (sollte hier nur durch Fachleute erfolgen): Abszess öffnen, alles faule oder losgelöste Horn entfernen, desinfizieren und Hufverband (zb. mit einem Anguss-Verband aus
Mineralerde anlegen. Alle 2-3 Tage wechseln bis die Wunde trocken ist.

