Sommerekzem, Hautekzeme, Parasitenbefall
Sommerekzem die Geisel des Sommers.
Informationen zum Sommerekzem
Ursache, Behandlung, Vorbeugung, Pflege.
Unter Sommerekzem versteht man eine Erkrankung auf zwei Basen, innerlich einer Irritation des Immunsystems und äußerlich der Haut. Sie beginnt zunächst mit einer verstärkten Blutfülle und leichten Schwellung der Haut. Danach kommt es zur Bildung von Bläschen, die in weiteren Verlauf aufbrechen und sich entzünden.
Es entstehen kleine aber auch großflächige nässende Stellen mit Krustenbildung, in dessen Verlauf die Tiere
mit massiven heftigem Juckreiz geplagt werden.
Im allgemeinen unterteilt man das Sommerekzem in zwei Verlaufsformen, in eine leichte und eine schwere Verlaufs-
form, der Anfang ist bei beiden gleich.
Schimmelwallach mit Sommerekzem. Mähne abgeschuppert, aufgebissene Bauchnaht und Schlauch, trotz Ekzemerdecke. Wird jetzt mit Naturheilmittel behandelt, Pflegeöl und Ausleitungskäuter und kann bei normalen Wetter ohne Ekzemerdecke raus auf die Weide.
Die Kriebelmücke, Gnitze.
Die Kriebelmücke sticht in die Haut der Pferde und hinter-
lässt dabei Speichel der dann zu heftigem Juckreiz führt.
Es kommt zu Verletzungen und Entzündungen der Haut, Sekundärinfektionen durch Bakterien und Ansiedelungen von Pilzen, sowie dem Ausbreiten von Milben in der vorge-
schädigten Haut.
Massiver Juckreiz ist die Folgen, dessen sich das Pferd mit Schubbern und Kratzen zu entledigen versucht.
Natürliche Pflegemittel mit Insektenabwehrenden Inhalten, kombiniert mit synthetisch freien Pflegeölen können bei leichten Sommerekzem teilweise schon allein recht erfolg-
reich sein.
Bei der schweren Verlaufformen
helfen Öl und Insektenabwehrende Mittel nicht mehr aus. Hier muss Ursachenforschung betrieben werden, der Stoff-
echsel aktiviert, sowie Leber und Nieren entgiftet werden.
Kräutermischungen zur Entgiftung und Blutverdünnung wie z.b Gingko Bilobo können dabei sehr hilfreich einge-
setzt werden.
Gnitze Kriebelmücke
Fotoquelle Wikipedia Fotoquelle Wikipedia
Mögliche Ursachen für den Ausbruch von Sommerekzem.
Ursache1:
Umwelteinflüsse, besonders intensive Landwirtschaft und Weinbaugebiete werden mit Düngemitteln und Pflanzen-
schutzmittel behandelt. Nicht alles landet auf den bewirt-
schafteten Flächen, der Wind treibt es auch auf die Pferdeweiden. Futtermittel aber auch Grünland wird zum teil sehr intensiv bewirtschaftet, die Pflanzen reichern viel Nitrat an. Pferde haben damit ein besonderes Problem, denn Nitrate schaden der Darmflora und damit dem Immunsystem.
Ursache2:
Fütterung, ein Ekzemerpferd sollte eiweißarm, stärkearm und rohfaserreich gefüttert werden. Zudem sollten wichtige Mineral-stoffe Zink, Selen, Kupfer und Vitamin E genügend zur Verfügung stehen.
Praktisch heißt das: Wenig Kraftfutter, dieses zudem hoch-
aufgeschlossen (damit dünndarmverdaulich und nicht Dick-und Blinddarm belastend) sowie jede Menge Rohfaser aus gutem Heu und etwas Stroh (damit senken wir den Gesamteiweißanteil der Tagesration).
Wenig Gras, das gilt besonders für das Gras der ersten 4 Wochen der Weidezeit und für das feine Herbstgras (dieses Gras hat wenig Rohfaser, viel Eiweiß und hohe Fruktanwerte) daraus ergibt sich eine besondere Belastung des Stoffwechsels, der Blind- und Dickdarmfunktion und eine Überlastung des Leber.
Soll Ihr Pferd ganztägig auf die Weidestehen ist es ratsam die Grasaufnahme durch eine Fressbremse zu limitieren.
Ohnehin dürfen Ekzemer-Pferde nicht übergewichtig sein, da sich sonst der Verlauf des Ekzems verschlimmert.
Ursache 3:
Genetische Veranlagung, wenn ihr Pferd oder Pony unter Sommerekzem leidet sollten Sie es nicht zur Zucht ein-
setzten, die Veranlagung wird vererbt. Bevor sie ein Pferd oder Pony erwerben, fragen sie nach ob die Elterntiere
an Sommerekzem gelitten haben.
Auch jahrelang Ekzemfreie Pferde können auf
einmal Sommerekzem bekommen.
Auch ekzemfreie Pferde sollten in den Hauptflugzeiten vor Kriebelmücken geschützt werden. Ein Unterstand auf der Weide oder Mittagspause in der Box können für das Pferd in dieser Zeit ein Wohltat sein.
Ursache 4:
Haltungsfehler - zuwenig Bewegung ist einer der Haupt-
gründ- oft im zusammenhang mit Übergewicht und Darm-
trägheit, das ein Sommerekzem ausbricht.
Wenn Sie den Weidegang bestimmen können, meiden sie den Sonnenaufgang und die Dämmerung da ist die Kriebel-
mücke besonders aktiv. In der prallen Mittagssonne oder in der Nacht haben die Pferde Ruhe.
Ursache 5:
Der Standort, um so feuchter das Gebiet in dem die Weide liegt um so mehr haben die Pferde und Ponys mit Kriebel-
mücken und anderen Fluginsekten zu kämpfen.
Anhöhen mit viel Wind vertreiben einen Teil der Insekten und eignen sich besser. Schattenplätze müssen in Form von Bäumen oder Offenstall zur Verfügung stehen.
Vorbeugende Maßnahmen
Eins vorweg Ekzem ist wie Neurodermitis nicht heilbar aber man kann mit den richtigen Maßnahmen dem Tier auch die Sommermonate lebenswert gestalten. Zudem gibt es keine Allheilmittel, wichtig ist eine auf das Pferd individuell abgestimmte und konsequent ausgeführte Behandlung.
Maßnahme 1:
Halten Sie die Kriebelmücken schon in den ersten warmen Tagen davon ab, ihr Pferd oder Pony anzufliegen. Schon wenige Stiche reichen um das Pferd zu sensibilisieren, im Immunsystem der Pferde bilden sich nämlich so genannte Gedächtniszellen. Diese werden bei jedem Kontakt aktiviert wodurch die Erkrankung zukünftig schneller und intensiver ausgelöst werden kann.
Maßnahme 2:
Reicht ein Mückenstop oder selbst so ein erfolgreiches Mittel wie Anti-Juck 1 oder 2 nicht mehr aus, verwenden Sie eine Ekzemerdecke (nach Möglichkeit eine moderne Decke, die leicht und UV-abweisend ist) und sprühen diese zusätzlich ein.
Maßnahme 3:
Füttern Sie Brennnessel (trocken), gekochten Leinsamen und natürliche Mineralerde mit hohem Siliziumanteil, das aktiviert den Stoffwechsel.
Füttern Sie ein Mineralfutter mit weniger als 10% Calzium, in dem Zink und Kupfer proteingebunden sind und das über ausreichend Vitamin E verfügt.
Wenn überhaupt, waschen Sie ihr Pferd mit Brennessel-
sud oder einem Pflegeshampoo für Ekzemerpferde (rückfettend und mückenabweisend).
Scheuen Sie nicht davor zurück, die Fressleidenschaft ihres Pferdes oder Ponys zu bremsen.
Sommerekzem als Resultat falscher Fütterung ?
Die natürliche Kontrolle des Organismus, nur bei Bedarf Vitamine und Spurenelemente mit Hilfe von Enzymen aus der Nahrung auszubrechen, wird untergraben.
So gelangen nicht angeforderte Stoffe in die Blutbahn, die hochgradig Stoffwechsel belastend verarbeitet werden müssen oder sich zum Teil auch unnatürlich im Organismus anreichern bzw. pseudohormonelle Wirkung.
Das Sommerekzem ist meist ein Anzeichen für ein aus dem Gleichgewicht geratenes Abwehrsystem. Der Auslöser kann ineiner falschen Fütterung ( Futtermittelallergie) liegen.
Den meisten Pferdebesitzern ist mittlerweile bekannt, dass synthetische Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Anti-
oxidantien, Geschmacksstoffe, Lock- oder Aromastoffe bei immer mehr Pferden entweder zu ausgeprägten Allergien ( Futtermittelallergie) führen können oder auf-
grund der schädigenden Irritation der Stoffwechsel-
organe vermehrt Symptome an Haut und Fell auslösen können.
Das warum ist eigentlich einfach, denn bei den synthetisch zugesetzten Vitaminen und Spurenelementen handelt es sich um hoch aufgeschlossene, "extrahierte", nicht in die Nahrungsbausteine eingebundene Verbindungen, die vom Körper im Darm sozusagen zwangsresorbiert werden müssen.

