Kolik, Kotwasser, Durchfall

 

Kolik ist immer noch Todesursache Nr. 1 bei Pferden.


 

 

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Informationen zu Kolik, Kotwasser, Durchfall


Ursachen, Behandlung, Vorbeugung, Unterstützung.


Unsere Pferde sind mit einem weitaus sensibleren Verdauungssystem ausgestattet als wir Menschen.  

 

Sie sind Enddarmfermentierer, das heißt, dass die Verdauung größtenteils erst im Darmtrakt stattfindet. Der Magen ist zwar einfach gebaut und einkammerig; die Fermentation findet aber im sehr großen Blinddarm 

(der bis zu 90 Liter fasst) und im doppelschlingigen, bis zu 4 Meter langen aufsteigenden Grimmdarn  (Colon ascendens) statt.

 

Insgesamt kann der Darmtrakt eines Pferdes bis zu 26 Meter lang sein.

 

Der Dünndarm ist ca. 19 bis 26 m lang. Das lange Dünndarm-gekröse lässt dem Darm dabei zwar viel Bewegungsspielraum aber leider kann er sich selbst strangulieren und verknoten.

 

Das wiederrum kann dann zu einer Darmverschlingung führen die den Tod des Tieres bedeuten könnte. 

Das sogenannte Kolon ist ca. 3 – 4 Meter lang und hat ein Fassungsvermögen von ca. 60 bis 130 Liter.

Es kann sich zwar in alle Richtungen drehen und wenden; dennoch kann es auch hier zu lebensbedrohlichen Situationen kommen.

 

6 jährige Stute mit Kolik und Kreislaufproblemen. Dank frühzeitigen eingreifen aber gutgegangen.

Diese 6 jährige Bayernstute mit massiver Kolik und Kreislaufproblemen,

konnte dank rechtzeitigen erkennen und Handeln gerettet werden.

Magen/Darm Probleme und Ihre vielschichtigen Gründe:


Futterneid & Gier:
Bei futterneidischen und verfressenen Pferden besteht die Gefahr, dass zu schnell oder zu große Mengen Futter aufgenommen werden können.

Der relativ kleine Magen (8 Liter Fassungsvermögen) des Pferdes wird dann schnell überladen und es kann zu einer Magenruptur kommen.

Kolik:
Kolik ist der wohl am meisten bekannte und gefürchteste Überbegriff für schmerzhafte Krankheitszustände des Magen- und Darmtraktes. Die Ursachen und Auslöser von Kolik bei Pferden sind dabei leider sehr zahlreich.

Einer der wichtigste Faktoren Magen-Darmerkrankungen zu vermeiden ist eine bewusste Fütterung und Haltung der Pferde, schwerwiegende Fütterungsfehler führen hier geradewegs zur Kolik.

 

Aber auch das vegetative Nervensystem, in der Form von Stress und Angst sowie psychische Faktoren sind bekannte Kolikauslöser.

 

Koliken treten auch in Verbindung mit Vergiftungen auf oder wenn Gegenstände wie z.B. Steine etc. verschluckt werden, auch große Mengen Sand die mit dem Futter aufgenommen werden, haben schon so manche Kolik verursacht.

 

Gleichfalls kann eine starke Verwurmung zur Kolik führen. Gastrophyluslarven und Strongylidenlarven können extrem schmerzhafte Entzündungen auslösen.


Bei Kolik unterscheidet man im allgemeinen unter:


- Krampfkolik,
- Gaskolik,
- Verstopfungskolik,
- Magenüberfüllung,
- Magenruptur,
- Darmdrehungen und Darmverschluss.
- Nierenkoliken

Die Ursache für eine Kolik bleibt uns leider oft völlig ver-

schlossen; von einem zum anderen Moment gerät das betroffene Pferd in eine lebensbedrohliche Situation und ein schnelles Handeln des Menschen ist dann unverzichtbar.

 

Bei Verdacht auf Kolik darf man als Pferdebesitzer nicht abwarten was denn passiert oder hoffen das es sich selber wieder regelt.

 

Bei einer Kolik muss unverzüglich ein Tierarzt hinzuge-

zogen werden; dieser entscheidet dann ob eine Behand-

lung im Stall durchführbar ist oder ob das Tier in eine Pferdeklinik gebracht werden muss weil eine Operation nicht vermeidbar ist.


Eine Nachbehandlung kann dann sehr gut mit dem Einsatz entsprechender Ergänzungsfuttermittel zur Stärkung und Regulation des Magen- und Darmtrakts erfolgen.



 

War es früher noch so das Pferde die Kolik hatten, nur im Schritt laufen sollten, so kann man heute dank neu-

ester Kenntnisse Wälzen bei Kolikern erlauben.

Enteritis:

Der Wasser-und Elektrolytverlust durch Durchfall belastet den Stoffwechsel dermaßen stark dass eine Heilung auch bei entsprechender Infusionstherapie oftmals nicht mehr möglich ist.


Einer der häufigsten Ursachen der Enteritis sind leider Fütterrungsfehler und Stress.

 

 

Bei Enteritis ist eine tierärztliche Therapie unumgänglich.

Der Einsatz von problembezogenen Futterergänzungen ist hier empfehlenswert um eine Unterstützung und Regulation herbeizuführen.

 

Eine weitere lebensbedrohliche Magen- und Darmerkran-

kung bei Pferden ist die Enteritis bzw. katarrhalische Entzündung des Darms.

Der Darmkatarrh kann mit milden Verlaufsformen oder akut auftreten, das kann zu einer chronischen Enteritis mit irre-

versibler Schädigung der Darmwand führen, welche unter Umständen sogar unheilbar sein kann und zum Tode des Pferdes führt.

 

Gastritis:
Auch Gastritis kommt nicht selten bei Pferden vor, diese Ent zündung der Magenschleimhaut zeigt sich in einer Hemmung der Magensaftsekretion und vermehrter Schleimbildung.

Der saure Magensaft wird alkalisch und kann seine Funktion bei der Vorverdauung nicht mehr ausführen.

Die Magenschleimhaut kann dabei so stark geschädigt werden, dass sich Geschwüre bilden können und es zu Blutungen kommt.
Ursache einer Gastritis kann auch ein massiver Befall mit Würmern sein. Auch so manches Medikament kann einen ungünstigen Einfluss auf die Magenschleimhaut nehmen und negative Begleiterscheinungen im Magen- und Darm-

trakt auslösen.


Durchfall & Kotwasser:
Ein immer wieder vorkommendes Problem in der Pferde-

haltung sind Durchfall und Kotwasser. Aber diese lassen sich in den meisten Fällen im Gegensatz zu anderen Magen/

Darmproblemen mit relativ wenig Aufwand therapieren. Meistens hilft schon eine Futtermittelumstellung oder 

Reduktion, eine vorgezogene Entwurmung, sowie das Darmsystem aufbauende Ergänzungsfuttermittel. 


Da die Fütterung, die medizinische Versorgung, sowie die Haltung und Psyche der Pferde der Mensch bestimmt, ist es unsere Pflicht das wir alles uns Mögliche für ein Pferdege-

rechtes Leben unternehmen, um krankhafte Missstände zu vermeiden.

 

Vorbeugende Maßnahmen:

Die Fütterung sollte so naturbelassen und pferdegerecht wie möglich sein. Eine gute Verdaulichkeit des Futters sollte dabei genauso selbstverständlich sein wie die natürliche Zufuhr von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Die Menge ist dabei immer dem Futterzustand des Pferdes anzupassen.


Haltung:
Das Steppentier Pferd benötigt über eine angepasste Ernährung hinaus viel Bewegung. Die Bewegung fördert die Durchblutung, den Stoffwechsel und trainiert sämtliche Organe, stärkt das Immunsystem und die Abwehrkräfte.


Pferde die über lange Zeiträume in zu engen Box stehen, haben ein bedeutend höheres Kolikrisiko als diejenigen die sich dank größere Boxen, Paddock oder Weide ständig leichte Bewegung verschaffen können.


Das Pferd ist nicht für stundenlanges Stehen geschaffen, sein gesamter Organismus benötigt zur Gesunderhaltung ständig Bewegungsmöglichkeiten. Das muss nicht heissen das dass Tier den ganzen Tag auf der Weide stehen mussl, ein der Box angeschlossenem Paddock hilft auch schon über manches hinweg.

 
Psyche:
Soweit wie möglich sollte Stress vermieden werden, unsere Pferde sind in Bezug auf Stress recht anfällig.

Die Situationen die unser Pferd psychisch negativ beein-

flussen, sollten auf das Notwendigste beschränkt werden.


Stress hat bei Pferden viele Gesichter:
Ein wenig oder nicht einfühlsamer Reiter, eine neue Umge-

bung, eine neue Herde, laute Geräusche (Gewitter, Sylvesterknallerei etc.). Turniere oder die Position/Stellung des einzelnen Pferdes in der Herde reichen hier oft schon völlig aus um nur mal ein paar zu nennen.

 

In wie weit die oben genannten Faktoren für das einzelne Pferd Stress bedeuten, ist dabei individuell verschieden.

Nicht jeder Wanderritt oder ein Turnier bedeuten für das Pferd gleich Stress. Es gibt jedoch Pferde, die in den oben genannten Situationen psychisch sehr angespannt reagieren und  in deren Folge mit einer Kolik reagieren.