Über - und Untergewicht

Leicht - und schwerfuttrige Pferde, zu Dick oder zu Dünn. 

 

 

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Informationen zu Ernährungsproblemen

Ursachen, Behandlung, Vorbeugung und Pflege

 

Laut wissenschaftlicher Studien ist fast jedes dritte Pferd oder Pony zu dick.

 

Der Weg vom schlanken Pferd zum "kleinen Mobbelchen" geht meist schleichend am Besitzer vorbei. Nicht das Rauhfutter ist hier das Problem sondern die vielen Zugaben. Hiermal ein Äpfelchen oder Möhrchen, hier mal ein Leckerlie oder gleich mal eine Schippe Kraftfutter, war ja schließlich ein anstrengend Tag.

 

Sind dann ein paar Kilo zu viel auf den Rippen, ist das nicht gleich gesundheitsschädlich und bereitet auch keine großen Probleme.

 

Beträgt das Übergewicht jedoch mehr als nur ein paar Kilos, geht es den Pferden nicht anders als uns Menschen. 

 

Es kommt zu den typischen Wohlstandserkrankungen.

 

Bei unseren vierbeinigen Freunden sind dass dann beispielsweise Hufrehe, brüchige, instabile Hufe, schlechtes Huwachstum, Fühligkeit, Stoffwechselerkrankungen, erhöhter Blutzucker oder wenn es gleich richtig heftig wird, eine massive gesundheitliche Einschränkung des gesamten Bewegungsapparates, um nur mal ein paar beim Namen zu nennen.


        Alterbedingt Schlank                  Ein heißgeliebter Mobbel 

   

Zu Dick ist keine Krankheit:


Sondern meist ein Fehler in der Haltung. Unser Auge und unser Verstand täuschen uns erheblich, wenn es um das Thema Pferdefütterung geht. Wenn der Mensch zuviel isst fühlt er sich meist schnell zu dick, dann wird ruckzuck eine Diät gemacht und Kalorien gezählt. Hier weiss dann auch jeder das ein Bicmäc mit Cola zuviel Kalorien hat und dick macht.

 

Aber wie ist das bei unseren Pferden, die teilen uns nicht mit das sie sich zu fett fühlen, das ihnen schon die Gelenken schmerzen, das dass Bindegewebe schwächelt und der Rücken krampft. Im Gegenteil die mampfen immer munter weiter.

 

In der Natur regelt sich das von allein, da gibt es mal gute und mal schlechte Zeiten. Dicke Pferde sind hier eher selten, ganz anders zeigt sich das Bild in den Ställen unserer Wohlstandsgesellschaft. Hier stehen sie zu tausenden, die geliebten Moppelchen. 

Viele Pferdebesitzer füttern Ihre Pferde rund und krank:

 

Warum eigentlich? Nicht weil wir böse sind oder zu dumm zum Füttern. Nein in den meisten Fällen meinen wir es ja nur gut. Es geschieht ganz unauffällig, hier mal ein Äpfelchen, hier mal zwei-drei Karotten, ein Händchen voll Kraftfutter oder ein Leckerlie. Geht immer rein, Pferdchen hat immer Hunger und so mancher Besitzer dann ein gutes Gewissen. 

 

Ja und die Werbung zeigt ja schließlich auch das es für jede Erkrankung, für jede Rasse, für jedes Problem das passende Müsli, Getreidemischungen oder Zusatzfutter-

mittel gibt. 


Es ist nicht wichtig, dass das Müsli für uns appetitlich aussieht und lecker riecht - wichtig ist welche Inhaltsstoffe, welche Nährwerte hier enthalten sind und vor allen wie viel braucht mein Pferd davon denn wirklich.

Der Zusatz „eiweißarm“ oder „Diät“ besagt nur so viel, wie auch die Nährwertdeklaration bestätigt. Auch die ganzen synthetischen Zusatzpülverchen, Leistungsverbesserer, Problembewältiger wie zb. Selen, Biotin usw. sind die wirklich notwendig? Oder füttert man einfach einmal dies und das, weil’s ja gut sein soll.


In der Natur frisst ein Pferd durchschnittlich bis zu 16 Stunden am Tag. Bei 1 bis 2 kilo Gras in der Stunde kommen da ca. 1.000 bis 1.200 Kalorien zusammen. 
Das deckt den Grundbedarf inkl. der damit verbundenen Bewegung gut ab.  Besonders gefährdet sind hier im besonderen Ponys, welche plötzlich auf strenge Diät gesetzt werden weil z. B. eine Hufreheerkrankung eingetre-

ten ist. 

 

Diät und Futtereduzierung.

Diät und Futterreduzierung sind beim Pferd nicht ganz einfach. Geht man die Gewichtsreduzierung zu forsch an, kann das sogar noch schlimmere Erkrankungen wie beispielsweise die Hyperlipämie (Störung des Fettstoff-

wechsels) auslösen. Diese führt dann meist zu Apathie (Bewegungsunlust) oder gar zu Nahrungs- und Trink-

wasserverweigerung. Dann kann es ganz schnell sogar Lebensgefährlich werden.



Equines Metabolisches Syndrom:

Bei vielen übergewichtigen Pferden ist der Zuckerstoff-wechsel bzw. die Insulinfunktion gestört. In den USA wurde diese Symptomatik definiert als EMS = Equines Metabolisches Syndrom. Symptome von EMS sind der deutliche Fettansatz an Mähnenkamm, im Schulterbereich, an der Penisscheide bei Wallachen, am Euter bei Stuten, an der Kruppe, oder oberhalb des Schweifansatzes. Diagnostiziert wird EMS über einen erhöhten Nüchternin-

sulinspiegel im Blutplasma.  EMS entsteht aus Bewegungs-mangel, Leichtfuttrigkeit und zu hohem Futterangebot. 


Diabetes mellitus:

Noch relativ selten beim Pferd ist eine dauerhaft erhöhte Blutglucose. Die Blutüberzuckerung erreicht beim Pferd noch selten das Ausmaß eines Diabetes mellitus. 

Wohlstanderkrankungen



Im Grunde fördern wir sämtliche Erkrankungen auf die ein oder andere Weise durch eine zu nährstoffreiche und gutgemeinte Fütterung. 



Hufrehe:
Der Entstehungsgrund ist vielfältig hier kommen meist gleich mehrere Gründe zum tragen, doch in den meisten Fällen entsteht Hufrehe durch fehlerhafte Fütterung. Obwohl nicht ausschließlich zu dicke Pferde und Ponys erkranken, so neigen in der Regel falsch gefütterte Pferde und Ponys und vor allen Tiere mit erheblichen Übergewicht eher zu Hufrehe.

 

Lebererkrankungen:
Lebererkrankungen werden oft ausgelöst durch eine zu fette, proteinreiche Fütterung. Die meisten Freizeitpferde weisen schon bei relativ karger Fütterung einen Überschuss an Protein auf. Meint man es dann allzu gut und füttert neben Gras oder Heu auch noch Müsli, Getreide & Co. ist die Leber schnell überlastet.


Nierenerkrankungen:
Auch die Nieren werden bei zu protein- und stärkereicher Fütterung irgendwann überlastet. 

Hyperlipämie: 

(Störung des Fettstoffwechsels) Tritt nur bei übergewichtigen Pferden, Ponys und Eseln auf und ist ein lebensbedrohendes Symptom. Hyperlipämie entsteht wenn dass Tier mehrere Tage einer schlechten Energiebilanz ausgesetzt wird (z. B. Futterentzug) und die dann einsetzende Mobilisierung des Depotfettes nicht durch eine ausreichende Leberfunktion verwertet wird.  Auch schnelle Veränderungen der Haltungs- und Futterbedingungen sowie Darmentzündungen (Verursacher u. a. hochgradiger Endoparasitenbefall) und der damit einhergehende Protein- und Mineralstoffverlust durch den heftigen Durchfall sind Gründe für die Mobilisation des Depotfettes, welches zur Hyperlipämie führt. 

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Erkrankungen, welche durch eine zu gut gemeinte Fütterung, durch zu viel Stärke, Protein, Energie, Zucker, synthetische Zusatz- und Konservierungsstoffe gefördert werden:

Hierzu zählen die Arthrose, Hufprobleme/Huferkrankungen, das Sommerekzem, Allergien der Haut- und Schleimhäute, allergische Atemwegserkrankungen, Gelenkchips und Gliedmaßenanomalien und Fruchtbarkeitsstörungen.